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Unser Ruhestand auf Kos - Teil 1

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In Griechenland leben derzeit etwa 25.000 Deutsche, von denen ca. 300 die Dodecanes-Insel Kos für sich entdeckt haben. In diesem Erfahrungsbericht mit vielen Tipps und Empfehlungen geht es um das Ehepaar Schaffer, das sich den Traum vom "Wohnen unter Palmen" erfüllt hat. Eindrucksvoll werden Erlebnisse mit griechischen Behörden, der medizinischen Versorgung und der orientalischen Mentalität geschildert. Erfahren Sie alles über den Alltag als Ruheständler auf einer kleinen griechischen Insel.

 

SteckbrieFamilienportraitf:

  • Name: Rein und Silvia Schaffer
  • Land: Griechenland
  • Region: Südliche Ägäis
  • Insel: Kos
  • Ausgewandert: 2000
  • Wohnform: selbst erbautes frei stehendes Haus

 

Wie eine Idee entstand

Schon in früheren Zeiten als Rein und Silvia Schaffer noch berufstätig waren, stellten sie sich vor, ihren Lebensabend einmal im Süden zu verbringen. Dieses Ziel vor Augen und mit dem Hintergedanken, dass es irgendwo auf der Welt ein Plätzchen gibt, das für dieses Vorhaben und ihre Hobbys geeignet ist, unternahmen die beiden viele, zum Teil auch mehrmalige Reisen in alle Welt. Neben tropischen Zielen wie Uganda, Tansania, Südindien, dem Königreich Tonga in der Südsee, Singapur, Indonesien-Borneo-Java-Lombok, Malediven, Sri Lanka, Dominikanische Republik, Niederländische Antillen, Guatemala, Honduras, Ägypten und Australien bereisten die beiden auch europäische Regionen wie die Azoren, Portugal, Spanien, Frankreich, Schweiz, Kroatien, Estland, Türkei, Italien, Österreich und Zypern.

Um die Länder nicht lediglich aus der Sicht eines Touristen kennenzulernen, traten Rein und Silvia Schaffer immer  wieder mit deutschsprachigen Auswanderern in Kontakt. Viele der ausgewanderten Landsleute berichteten von Rückkehrabsichten, doch häufig war es bereits zu spät. Immer wieder wurde empfohlen „sucht euch lieber etwas in Europa, denn dort ist man doch vor Korruption, Behördenwillkür, Kriminalität usw. einigermaßen sicher. Dort ist doch alles gesetzlich geregelt. Setzt euch lieber in den Flieger, seid ein paar Monate da, wo es euch gefällt und wenn es euch nicht mehr gefällt, kommt wieder nach Europa zurück“.

Den Schaffers wurde bei diesen Gesprächen und Eindrücken schnell bewusst, dass man das Thema „Auswandern“ nicht durch die Touristenbrille sehen darf. Die Realität die man erst nach längerem Aufenthalt erkennt, sieht ganz anders aus. Man sollte den deutschen Wohnsitz nicht zu schnell aufgeben, denn dann fällt der Schritt zurück in die Heimat sehr schwer!!

 

Ruhig und eine gute Infrastruktur - Kos

Also fiel die Wahl auf Europa als neue Heimat für den Ruhestand. Neben Griechenland kam für die naturbegeisterten Rentner auch Spanien infrage, wo bereits einige Bekannte lebten. Jedoch waren die Immobilien- und Grundstückspreise derart hoch, dass schnell klar wurde: in Griechenland ist beides zu finden. Baugrundstücke, die in etwa ein Drittel von dem kosteten, was man in Spanien hätte zahlen müssen und auf der anderen Seite Ruhe und Ursprünglichkeit. Natur auf Kos

"Griechenland ist mit dem Spanien von vor 20 bis 25 Jahren zu vergleichen, als es jeden dort hinzog. Am Ende von Europa, am Tor zum Orient", so die Schaffers. Aber warum gerade die Insel Kos? Auf der kleinen griechischen Insel wohnte bereits Verwandtschaft, so dass es erste Berührungspunkte gab. Aufgrund des Landschaftsbildes und der Vegetation die nicht auf allen griechischen Inseln gegeben ist, wird Kos auch der „schwimmende Garten der Ägäis“ genannt – daher der perfekte Ort. Die ca. 2.100 km entfernte Insel in der Südägäis ist in 2,5 Flugstunden von Stuttgart aus in der Urlaubssaison schnell erreicht. Zum asiatischen Teil der Türkei (Bodrum) sind es nur ca. 12 km, die mit dem Fährboot in 45 Minuten schnell zurückgelegt werden kann. Kos ist mit einer Länge von ca. 52 km und einer Breite von ca. 15 km - 290 Quadratkilometer groß. Nach Rhodos und Karpathos ist Kos damit die drittgrößte der 12 Dodekanes - Inseln. Ungefähr 26.000 Einwohner leben hier das ganze Jahr über und während der Sommermonate besuchen bis zu 600.000 Touristen diese kulturell geprägte, grüne Insel. Die Infrastruktur hat sich durch den Tourismus sehr zu Gunsten der Einheimischen, aber auch der aus Europa und Übersee Zugewanderten verändert. Unter anderem gibt es mittlerweise sogar eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl auf Kos.
Das Zentrum der Insel ist die gleichnamige Hauptstadt Kos. Fast die Hälfte der Einwohner lebt dort. Die Hauptstadt vermittelt einen guten Eindruck über die Geschichte der Insel. Aus fast allen Epochen sind steinerne Zeugen erhalten. Hier sind viele Ruinen und Boden-Mosaike aus hellenistischer und römischer Zeit zu sehen. Es gibt ein mächtiges Kastell des Kreuzritterordens der Johanniter am Hafen. Spitze Minarette und Moscheen ragen in den Himmel, Ausdruck der mehrhundertjährigen türkischen Besatzungszeit von Kos.

Thermalquellen auf KosIn Platani, einem Ort nahe Kos Stadt, leben heute noch türkisch stämmige Griechen, die dort auch Lokale betreiben und türkische und griechische Spezialitäten anbieten. Kos ist aber auch die Insel des Hippokrates, des Vaters der Medizin. Er soll 460 v. Christus auf Kos geboren worden sein. Die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit ist das „Asklepion“, das erste Krankenhaus in der Geschichte. Hier wurde nach den Prinzipien des Hippokrates behandelt. Kranke kamen von weither, um im „Asklepion“ Heilung und Linderung ihrer Gebrechen zu suchen. Kilometerlange, flachabfallende Sandstrände und zahlreiche Buchten mit sauberem, kristallklarem Wasser laden auf Kos zum Baden ein. Außerdem gibt es auf Kos eine Therme. In ein Naturbecken am Strand fließt schwefelhaltiges, 40 Grad warmes Wasser, das für viele Krankheiten zur Linderung wie geschaffen ist. Die Effekte sind nicht zu verachten!


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