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Ratgeber für Langzeitmieter

Wohnen unter Palmen - gute Gründe

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Für viele ist es ein Traum: wohnen wo andere Urlaub machen. Während Deutschland im Dauerregen versinkt, sehnt man sich nach Sonne, Strand und Meer. Immer mehr Menschen in der zweiten Lebenhälfte erfüllen sich diesen Traum. Nahezu anderhalb Millionen Deutsche treten jährlich in den Ruhestand ein, viele von Ihnen verbringen Zeit in der Sonne. Laut einer Studie haben mehr als 20 % aller Deutschen schon einmal darüber nachgedacht, im Alter in ein anderes Land oder in eine andere Region zu ziehen. Schätzungen zufolge besitzten bereits heute zwischen 1 und 1,2 Millionen deutsche Staatsbürger eine Immobilie im Ausland.

Laut einem Bericht des Magazins „Focus“ ist das Interesse vieler Deutsche an einer Ferienimmobilie so groß wie noch nie. Klammert man die in Deutschland gelegenen Ferienimmobilien aus, liegen die meisten Ferienhäuser der Deutschen in Spanien. 57,2 % aller Kaufinteressierten bevorzugen den Erwerb einer Immobilie im Ausland. Hinzu kommen mehr als eine halbe Millionen Deutsche, die im Winter ins südliche Ausland reisen, um dort einen Langzeiturlaub unter Palmen zu machen. Zigtausenden Deutsche im Alter von über 50 Jahren denken über das Auswandern in den Süden nach. Die Tendenz ist steigend. Worin besteht der Reiz, seinen Lebensabend unter Palmen zu verbringen?

 

Mildes Klima sorgt für Wohlbefinden

Der häufigste Grund dafür, Zeit im südlichen Ausland zu verbringen ist zweifelsohne das mildere Klima. Während es in Deutschland kalt, klamm und nass ist, kann man im Süden Zeit am Strand verbringen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Die Wärme ist wohltuend bei vielen verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden, wie beispielsweise bei Rheuma, Bluthochdruck oder Diabetes. Licht und Sonne wirken sich aber auch bei gesunden Menschen positiv auf die Psyche und das Wohlbefinden aus, da die Produktion von Glückshormonen angeregt wird. Hinzu kommt der Punkt, dass man bei wärmeren Temperaturen insgesamt deutlich aktiver ist. Die Bewegung im Freien bringt weitere positive Effekte mit sich.

Viele Auswanderer und Überwinterer sehen ihren längeren Aufenthalt im Süden als eine Art Belohnung für jahrelanges Schuften. Der Alltag im südlichen Ausland gleicht einem Dauerurlaub. Sonne, Meer, Erholung statt tristem Büroalltag und täglichen Verpflichtungen in der Heimat. Was anfänglich wie ein lang gehegter Traum wirkt, kann jedoch zum Verhängnis werden. Fehlende Aufgaben und soziale Kontakte können schnell zu Langeweile und sozialer Isolation führen. Auch ist die Gefahr von täglichem Alkoholkonsum nicht zu unterschätzen. Experten raten daher, den Aufenthalt nicht als Dauerurlaub anzusehen, sondern sich Aufgaben zu suchen, wie zum Beispiel Vereinsaktivitäten, ehrenamtliches Engagement oder das Erlernen der Landessprache.

 

Mehr Lebensqualität für wenig Geld

Viele Menschen in der zweiten Lebenshälfte müssen mit geringen Einkünften auskommen. Da in Deutschland alles teuerer wird, die Renten jedoch gering bleiben, sucht man nach Alternativen. In bestimmten Ländern im Ausland lässt es sich jedoch auch mit einem kleinen Geldbeutel gut leben, gutes Wetter gibt es gratis dazu. So ist es zum Beispiel an der türkischen Riviera möglich, für ca. 500 Euro im Monat in einem 4-Sterne Holtel mit All Inclusive zu überwintern. Für Verpflegung ist also gesorgt und im kalten Deutschland lassen sich sogar die Nebenkosten sparen. Wohnungen stehen hier schon ab 30.000 € zum Verkauf. Auch Thailand steht bei Sparfüchsen sehr hoch im Kurs.

Andere hingegen haben Privatvermögen über, welches sie sinnvoll investieren möchten. Daher schaffen sich viele Deutsche im Alter von 50 Jahren oder älter eine Ferienwohnung im Ausland an. Man kann in der Berufsphase sein Ferienhaus für die Urlaube nutzen oder es vermieten und später im Rentenalter ganz oder zumindest für eine längere Zeit im Jahr umsiedeln. Insbesondere in Spanien, des Deutschen Urlaubsland Nr. 1, gibt es derzeit aufgrund der Finanzkrise äußerst günstige Schnäppchen zu erstehen. Dies trifft insbesondere auf das Festland zu, während die Preise auf Mallorca relativ stabil bleiben. Die Chance auf günstiges Privateigentum im Ausland stellt jedoch gleichzeitig eine Gefahr dar. Nicht wenige Deutsche, die sich vor vielen Jahren in Spanien Eigentum gekauft haben und nun nach Deutschland zurückkehren möchten, bleiben auf ihrer Immobilie sitzen oder müssten mit großen Verlusten verkaufen. Es gilt also, das Risiko gut abzuwägen.

 

Aktivität und ehrenamtliches Engagement

Auch wenn im Ausland die Gefahr von sozialer Isolation besteht, für viele ist gerade die Aktivität ein Hauptargument für die Auswanderung. Aufgrund der Vielzahl von Gleichgesinnten kann man im Ausland schnell Anschluss finden, sich in Vereinen engagieren oder sogar selbst einen gründen. Mittlerweile gibt es viele soziale Projekte, wie z. B. Waisenhäuser oder Wirtschaftsfördereinrichtungen, in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. So kann man als Rentner sein beruftliches Wissen in entwicklungsbefürftigen Regionen einbringen und damit etwas gutes und sinnvolles tun. Relativ neu ist die Möglichkeit, sich im gehobenen Alter im Au-Pair-Bereich zu engagieren. Über die als „granny-au-pair“ bezeichneten Projekte findet man schnell eine passende Familie.


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